
Bis 2026 könnten rund 20 Prozent des weltweiten E-Commerce über Live-Shopping laufen. Klingt groß? Ist es auch. Und wer beobachtet, wie dynamisch Plattformen und Marken das Thema vorantreiben, merkt schnell: Hier entsteht gerade ein neuer Standard im digitalen Handel.
In unserer neuen Serie werfen wir einen Blick hinter die Kulissen von Live-Shopping-Events. Zum Start klären wir, was dahintersteckt, woher der Trend kommt – und warum jetzt ein guter Zeitpunkt ist, einzusteigen.
Was ist Live-Shopping?
Live-Shopping, auch Livestream- oder Video-Shopping genannt, verbindet Online-Handel mit Event-Charakter. Statt statischer Produktseiten gibt es eine Live-Show: Produkte werden präsentiert, getestet, erklärt – und direkt im Stream gekauft.
Ein bisschen erinnert das an Teleshopping. Nur ohne Fernbedienung und Hotline. Dafür mit Chat, Echtzeit-Feedback und einem Kauf-Button, der nur einen Fingertipp entfernt ist.
Warum das mehr ist als Teleshopping 2.0
Interaktivität
Zuschauer*innen stellen Fragen im Livechat, reagieren mit Kommentaren oder nehmen an Umfragen teil. Die Show wird zum Dialog. Das schafft Nähe und Community-Feeling.
Einfachheit
Produkte können direkt im Stream oder über integrierte Payment-Lösungen gekauft werden. Schnell, unkompliziert, ohne Umwege.
Zugänglichkeit
Smartphone, Laptop, Tablet oder Smart TV: Live-Shopping funktioniert überall. Der Shop kommt zur Zielgruppe, nicht umgekehrt.
Social Commerce, Video Commerce, Live-Shopping – wo liegt der Unterschied?
Social Commerce beschreibt allgemein das Verkaufen über soziale Medien, etwa über Posts oder Anzeigen mit „Shop now“-Option.
Video Commerce ist der Oberbegriff für alle Verkaufsformate mit Bewegtbild.
Live-Shopping ist eine spezielle Form davon – und setzt auf Echtzeit. Genau dieser Live-Moment macht den Unterschied: Fragen werden sofort beantwortet, Kaufimpulse entstehen direkt im Stream.
Plattformen treiben den Trend massiv voran
Ein zentraler Treiber ist TikTok. Die Plattform pusht Live-Shopping konsequent und integriert Shopping-Funktionen immer tiefer in das Live-Erlebnis. Creator, Marken und Händler können Produkte direkt in Streams verlinken und verkaufen. Entertainment und Commerce verschmelzen dort fast nahtlos.
Auch andere Marktplätze experimentieren bereits. eBay testet Live-Shopping in ersten Produktkategorien im Rahmen einer Beta-Phase. Das zeigt: Das Format wird nicht nur im Social-Media-Umfeld relevant, sondern auch im klassischen Marktplatz-Umfeld.
Und es ist gut möglich, dass weitere große Player wie Amazon oder andere Plattformen nachziehen und ihre Live-Commerce-Angebote weiter ausbauen. Die Infrastruktur ist da, die Zielgruppen sind es auch. Der nächste logische Schritt ist die stärkere Verzahnung von Livestream und Direktkauf.
Von China in die Welt
Den Durchbruch erlebte Live-Shopping in China mit Alibaba’s Plattform Taobao Live. Besonders der Singles’ Day wurde zum Umsatz-Booster. 2020 erzielte Alibaba allein in den ersten 30 Minuten der Vorverkaufskampagne über Taobao Live 7,5 Milliarden US-Dollar Transaktionsvolumen.
Bereits 2019 lag der weltweite Umsatz mit Livestream-Shopping laut Bloomberg bei 60 Milliarden US-Dollar. Der Markt wächst weiter rasant: Prognosen zufolge soll sich das Volumen von 31,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf 67,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 mehr als verdoppeln.
Auch in Europa ist das Interesse groß. 70 Prozent der Verbraucher*innen zeigen laut VTEX Interesse am Shoppertainment-Format.
Und Deutschland?
Hierzulande steckt Live-Shopping noch im Aufbau, aber die Offenheit ist da. 66 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, bei einem Live-Shopping-Stream einzukaufen. Laut Statista haben bereits 39 Prozent der Millennials in Deutschland an entsprechenden Events teilgenommen.
Die Bühne ist also vorbereitet.
Warum europäische Marken profitieren können
Live-Shopping bietet mehr als nur einen zusätzlichen Verkaufskanal.
Kundenbindung
Marken präsentieren sich authentisch und nahbar. Hosts, Influencerinnen oder Expertinnen schaffen Vertrauen und Persönlichkeit.
Neukundengewinnung
Viele Nutzer*innen entdecken Produkte spontan im Stream. Inspiration ersetzt die gezielte Suche.
Höhere Conversion Rates
Unternehmen berichten von Konversionsraten von bis zu 30 Prozent – deutlich höher als bei klassischen E-Commerce-Formaten.
Mehr Traffic
Limitierte Events, exklusive Deals oder Gutscheincodes erzeugen Aufmerksamkeit und Besuchsspitzen.
Weniger Retouren
Produkte werden live gezeigt und erklärt. Fragen werden direkt geklärt. Das reduziert Fehlkäufe.
Direktes Feedback
Der Chat liefert wertvolle Insights in Echtzeit – für Produktentwicklung und Marketing.
Cross- und Upselling
Verwandte Produkte können direkt im passenden Kontext präsentiert werden. Das steigert den Warenkorbwert.
Kosteneffizienz
Im Vergleich zu aufwendig produzierten Kampagnen sind Live-Streams oft deutlich günstiger umzusetzen.
Der Einstieg ist einfacher als gedacht
Wer jetzt an Studioaufbauten mit fünf Kameras denkt, kann entspannt bleiben. Für den Start reicht oft ein gutes Smartphone. Moderne Geräte liefern starke Bildqualität, viele Plattformen bieten integrierte Live-Funktionen.
Mit einem stabilen Stativ, einer passenden Halterung und einer sauberen Beleuchtung wirkt das Setup direkt professioneller. Und genau hier wird es spannend: Das passende Equipment für flexible, stabile und skalierbare Live-Setups findet ihr natürlich bei uns auf nutools.de.
Erst Smartphone auf Stativ. Dann vielleicht ein Ringlicht. Später mehrere Perspektiven oder ein erweitertes Setup. Live-Shopping wächst mit euren Ambitionen.
Zukunftsformat oder kurzfristiger Trend?
Alles spricht dafür, dass Live-Shopping bleibt. Plattformen investieren, Marktplätze testen, Konsument*innen zeigen Interesse. E-Commerce wird interaktiver, persönlicher und erlebnisorientierter.
Der Onlineshop ist nicht mehr nur eine Produktliste. Er wird zur Bühne. Und wer früh lernt, wie man diese Bühne bespielt, verschafft sich einen klaren Vorsprung.


